Interview mit meiner Oma:
Was fällt dir zum
Thema Musik im 2. Weltkrieg im Alltag ein?
Wir haben
Musikunterricht gehabt. Dort haben wir die Deutschlandhymne ganz oft gesungen.
Sonst haben wir Volkslieder gesungen. Ich kann mich auch noch erinnern, dass
wir Blockflöte gelernt haben. Bei der Hitlerjugend haben wir auch gesungen. Es
gab auch viele Aufmärsche, wo Militär- und Blasmusik gespielt wurde.
Zu Hause hatten
wir zwar einen Volksempfänger, aber wir haben nicht oft Radio gehört. Ich weiß
auch noch, dass es streng verboten war, fremde Sender zu hören. Ich war noch
sehr klein, deshalb kann ich leider nicht mehr sagen, was genau gespielt wurde.
Es gab jedenfalls auch Reden.
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Der Volksempfänger:
"Wir
machen gar keine Hehl daraus, der Rundfunk gehört uns. Und niemandem sonst. Und
den Rundfunk werden wir in den Dienst unserer Idee stellen. Und ... keine
andere Idee soll hier zu Worte kommen. Zu glauben, dass wieder einmal eine Zeit
kommen könnte, wo man allen Parteien von der Sozialdemokratischen Partei bis zu
den Nationalsozialisten die Gelegenheit gäbe, am Rundfunk ihre sogenannten Ideen
an das Volk zu bringen, das ist kindlich."- Joseph Goebbels
Der Volksempfänger war eine Idee von Joseph
Goebbels, die als weiteres Propaganda dienen sollte. Das Ziel war dass die Menschen zu Hause auch den Führer hören
können. Er heißt auch VE-301. ,,VE“
steht für Volksempfänger und 301 steht für den 30. Jänner 1933, dem Tag der
Machtüberahme Hitlers.
In Deutschland waren nicht sehr viele Radios
verbreitet da sie sehr teuer waren und mehrere Monatseinkommen kosteten. Der
Volksempfänger selber hat nur 76 RM gekostet. Ein normaler Rundfunkhörer
hingegen 3oo bis 600 RM. Das war ein weiterer Grund für die Menschen dieses Radio
zu kaufen und wurde auch oftmals als
,,nette Geste des Führers“ angesehen.
Erstmals vorgestellt wurde der Volksempfänger bei
der 10. Funkausstellung im Berliner Messegelände.
Man konnte obwohl es ein Propaganda-Radio war,
auch verschiedene Frequenzen abgestimmt werden. Das war weil Joseph Goebbels
wollte, dass mindestens zwei verschiedene Radioprogramme zu empfangen sein müsste. Da aber der lokale Sender und der nationale Deutschlandsender (das waren die 2
Programme) auf unterschiedlichen Frequenzen waren, musste diese Funktion
möglich sein. Schon vor, aber erst recht im Zweiten Weltkrieg waren Radios die
einzige Möglichkeit in Deutschland, sich einigermaßen unabhängige Informationen
zu verschaffen. Vor allem das deutschsprachige Programm der BBC wurde viel
gehört, obwohl darauf schwere Strafen standen.
Zu
den Olympischen
Spielen 1936 kam ein weiteres Modell heraus, der "Olympia-Koffer", ein mobiler Volksempfänger. 1938 schließlich
brachte die deutsche Elektronikindustrie ein noch einfacheres Radio heraus, den
"Deutschen Kleinempfänger 1938", kurz "DKE-1938" für 35 RM.
Im Volksmund bekam das Gerät rasch den Namen "Goebbels-Schnauze",
obwohl auch fast alle Hitler-Reden übertragen wurden.
Quelle: http://www.welt.de/geschichte/article119046691/Goebbels-beste-Idee-war-der-Volksempfaenger.html
Das Programm: Gute Laune ist kriegswichtig
In der ersten Phase des Krieges funktioniert die Propaganda aus Sicht der Nazis problemlos. Die Wehrmacht siegt an allen Fronten. "Es besteht gegenwärtig ein absolutes Vertrauen zur gesamten Nachrichtenübermittlung", meldet der "Sicherheitsdienst", der über einen weit verzweigten Spitzelapparat verfügt und geheime Lageberichte über die Stimmung der Bevölkerung verfasst. Nach Einschätzung von Prof. Dussel tritt die Wende mit dem Russlandfeldzug ein: Der SD meldet 1941, man mache "sich sehr viele Gedanken darüber, wie weit wir noch in den Raum der Sowjet-Union hineinmarschieren müssten".
Stärkt
die Kriegsmoral durch Unterhaltung: Goebbels
Goebbels
reagiert prompt: Der Rundfunk muss unterhaltender werden. Die Wortbeiträge
werden gekürzt, der Musikanteil steigt. Die entsprechende Musik wird vom eigens
gegründeten "Deutschen Tanz- und Unterhaltungsorchester" produziert.
Gute Laune ist kriegswichtig. Der SD
meldet daraufhin, das neue Programm fände "nahezu restlose
Zustimmung", besonders "die verstärkte Berücksichtigung des
Humors" finde großen Anklang.
1942 vergrößert Goebbels den Anteil an Unterhaltungssendungen auf mehr als
80 Prozent des Gesamtprogramms.
(Auszug aus http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_rundfunkgeschichte/rundfunkgeschichte130.html )
(Auszug aus http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_rundfunkgeschichte/rundfunkgeschichte130.html )
Was wurde gespielt?
Ernste Musik, Unterhaltungsmusik/Schlagermusik
(Filmschlager).
Es gab auch ein Wunschkonzert der Wehrmacht. Bekannte Sänger waren zum Beispiel Hans Albers, Lale Andersen, Willi Berking, Zarah Leander, Marika Röck, Johannes Heesters, Ilse Werner, Rudi Schurekke. Das Wunschkonzert wurde zweimal wöchentlich ausgestrahlt. Für Goebbels war die Unterhaltungsmusik im Rundfunkt wichtig. Optimistische und lebensbejahende und herzerhebende Musik in Zeiten des großen Tötens. Es sollte vom Kriegsalltag ablenken. Es gab neben Musik auch die Möglichkeiten Nachrichten zu verlesen, wie zum Beispiel von Gefallenen für die Daheimgebliebenen oder von Neugeborenen für die Soldaten an der Front.
Es gab auch ein Wunschkonzert der Wehrmacht. Bekannte Sänger waren zum Beispiel Hans Albers, Lale Andersen, Willi Berking, Zarah Leander, Marika Röck, Johannes Heesters, Ilse Werner, Rudi Schurekke. Das Wunschkonzert wurde zweimal wöchentlich ausgestrahlt. Für Goebbels war die Unterhaltungsmusik im Rundfunkt wichtig. Optimistische und lebensbejahende und herzerhebende Musik in Zeiten des großen Tötens. Es sollte vom Kriegsalltag ablenken. Es gab neben Musik auch die Möglichkeiten Nachrichten zu verlesen, wie zum Beispiel von Gefallenen für die Daheimgebliebenen oder von Neugeborenen für die Soldaten an der Front.
Audios (Beispiele)
Lale Anderson „Lilli
Marleen“:
Wunschkonzert:
Mutter eines gefallenen Soldaten wünscht sich ein Lied:
50. Wunschkonzert
1942: Marika Röck usw.
Zarah Leander „Ich
weiß es wird einmal ein Wunder geschehen“
Yours, AnnEli
Sehr umfangreich und toll recherchiert! Bilde dir auch eine persönliche Meinung dazu!
AntwortenLöschenIch finde du hast deinen Text sehr informativ und spannend gestaltet.
AntwortenLöschenNachträglich meine persönliche Meinung:
AntwortenLöschenIch finde, dass das Regime die Musik für die Zwecke der Nazi-Herrschaft ausgenutzt hat. Sie wurde zum Einlullen und zum Anspornen für die Menschen (missbräuchlich) eingesetzt.